Fragen und Antworten zur Faltenbehandlung mit Botulinum

 

Was ist Botulinum?

Botulinum (Botulinumtoxin-A) ist ein von den Arzneimittelbehörden zugelassener medizinischer Wirkstoff und wird verwendet um Falten im Gesicht vorübergehend zu glätten. Es handelt sich dabei um ein biologisches Protein, welches von einem Bakterium namens "Clostridium Botulinum" gewonnen wird. Der Wirkstoff entspannt die Gesichtsmuskeln, welche für die Bildung von Falten verantwortlich sind. Es handelt sich um eine Behandlung, die ausschliesslich von ausgebildetem Fachpersonal durchgeführt werden sollte. Um den besten Effekt zu erzielen, sollte die Behandlung in moderater Dosierung und in regelmässigen Abständen (3-6 Monate) wiederholt werden.

In Anlehnung an das Original-Präparat, welches als Wirkstoff Botulinum enthielt, hat sich der Begriff “Botox-Behandlung“ als Übername für alle Behandlungen mit diesem Wirkstoff verbreitet.

Wie wirkt Botulinum?

Es ist wichtig, dass der Wirkstoff von einer Fachperson mittels einer sehr feinen Injektionsnadel präzise in den Muskel gespritzt wird. Der Wirkstoff bewirkt, dass die Ausschüttung eines spezifischen Botenstoffs pharmakologisch gehemmt wird. Dadurch wird Reizübertragung vom Nerv auf den behandelten Muskel temporär unterbrochen. Der Muskel entspannt sich und es kommt in der Folge zur einer Faltenreduktion.  Es handelt sich hierbei um einen temporären Prozess. Wenn die Wirkung nachlässt, erholt sich die Erregungsübertragung und somit Muskelfunktion wieder vollständig. Bei der Behandlung des übermässigen Schwitzens werden statt des Muskels die Schweissdrüsen in eine Art Dämmerschlaf versetzt.

Wo wird Botulinum angewendet?

Der Wirkstoff ist als Medikament zur Behandlung der Zornesfalte, Krähenfüsse und des übermässigen Schwitzens unter den Armen zugelassen. In der Medizin wird der Wirkstoff jedoch auch für andere mimisch bedingte Falten eingesetzt.

Mehr zur Behandlung mit Botulinum ...

Ist Botulinum sicher?

Der Wirkstoff wird seit fast 40 Jahren in der therapeutischen Medizin angewandt. Seit ca. 30 Jahren wird der Wirkstoff auch in relativ hohen Dosen zur Behandlung von krankhaften Muskelverkrampfungen (Spasmen) insbesondere bei Kindern eingesetzt. Zu beachten ist ferner, dass der Wirkstoff in über 75 Ländern in mehr als 23 Indikationsbereichen aufgrund seines guten Sicherheitsprofils von den zuständigen Arzneimittelbehörden zugelassen wurde und es kommen laufend neue Anwendungsgebiete hinzu.

Es gibt zudem über 3300 wissenschaftliche Publikationen und Studien zum Wirkstoff Botulinumtoxin. Somit handelt es sich um einen der am meisten untersuchten Wirkstoffe überhaupt. Aus diesen Erfahrungen weiss man, dass Botulinum keine langfristigen Nebenwirkungen hervorruft und der fachgerechte Einsatz im ästhetischen Bereich kein Gesundheitsrisiko darstellt.

Elektronenmikroskopische Untersuchungen konnten zeigen, dass nach dem Abklingen der Botulinum-Wirkung keine bleibenden Veränderungen an den Nervenenden oder Muskeln resultieren. Die Behandlung von Falten mit Botulinum stellt zwar eine relativ neue Anwendung für das Medikament dar, wird aber bereits seit 1989 durchgeführt, ohne dass je Hinweise für langfristige, respektive bleibende Nebenwirkungen auftraten.

Wenn vor der Anwendung von Botulinum zur Faltenkorrektur mit der Begründung gewarnt wird, dass keine ausreichenden Erfahrungen über langfristige Therapiewirkungen vorliegen, ist dies irreführend und falsch. Viele zugelassen Medikamente verfügen über eine nicht so fundierte Studienlage und haben deutlich kürzere Erfahrungswerte, ohne dass es dabei zu verzerrten Darstellungen in der Öffentlichkeit kommt. Die Diskussion zum ästhetischen Einsatz von Botulinum beruht auf wenig Fachwissen und Sachlichkeit. Hier sind mehr ideologisch,-ethische

Können bei einer kosmetischen Anwendung von Botulinum Nebenwirkungen auftreten?

Als Folge der Injektion kann es zu kleinen Blutergüssen, Rötungen oder Schwellungen kommen. Dies sind im eigentlichen Sinne keine Nebenwirkungen, sondern Begleiterscheinungen einer Injektion. Vorübergehendes Unwohlsein, Müdigkeit oder Kopfschmerzen wurden beschrieben (es gibt viele Fälle, bei denen chronische Kopfschmerzen, respektive Migräne aufgrund der Behandlung deutlich nachlassen oder gar aufhören). Unerwünschte Nebenwirkungen (kosmetischer Art), wie das vorübergehende Senken von Augenbraue oder Oberlids sind selten. Darum ist es wichtig, dass die Injektion von einer erfahrenen, gut ausgebildeten Fachperson durchgeführt wird.

Sämtliche Nebenwirkungen - so wie die Wirkung von Botulinum - sind zeitlich beschränkt.

Da bei der ästhetischen Anwendung nur kleinste Mengen, in umschriebene Muskelareale gespritzt und dort vor Ort gebunden wird, kann keine klinisch wirksame Menge in den Kreislauf und Gesamtorganismus gelangen. Es kann folglich auch keine Vergiftung auftreten. (www.swissmedic.ch) Wann und wie lange wirkt Botulinum?

In den meisten Fällen tritt der Behandlungseffekt nach 1-3 Tagen ein. Nach 7-14 Tagen sollte sich die volle Wirkung (somit auch die behandelte Region) entfaltet haben. Selten kann es bis zum Einsetzen der Wirkung länger dauern. Der maximale Effekt wird jedoch, gemäss Fachinformation, nach 5-6 Wochen erreicht.

Die Wirkung hält im Allgemeinen drei bis sechs Monate an. Dies ist aber individuell und hängt auch von der behandelten Stelle ab. Die Wirkdauer ist aber auch von der gespritzten Dosis und von der vorbestehenden Muskelaktivität und -masse ab. Dem Wunsch einer verlängerten Botulinum-Wirkung steht die Vermeidung eines maskenhaften Gesichts, im Englischen auch «Frozen Face» genannt entgegen. Wir empfehlen, sich immer mit moderaten Dosen behandeln zu lassen um ein natürliches Resultat zu gewährleisten. Vor einer Behandlung sollte auf jeden Fall eine Beratung und Aufklärung erfolgen. Ferner soll die Fachperson zusammen mit dem Kunden einen strategischen Behandlungsplan zur Faltenbehandlung oder -vorbeugung erarbeiten.

Kann ich nach der Behandlung gleich wieder unter Menschen?

Die moderaten Punktschwellungen gehen innerhalb einer Stunde zurück. Kleinere Blutergüsse lassen sich gut überschminken. Unsere Empfehlung: Neue ungeöffnete Produkte, frisch gesäuberte Pinsel sowie neue Schwämme verwenden)

Was gilt es sonst noch zu beachten?

Keine Botulinum-Behandlungen während Schwangerschaft und Stillzeit. Danach kann die Behandlung begonnen respektive fortgeführt werden. Interessant zu wissen?

Die Anwendung von Botulinum in der ästhetischen Medizin war eine Zufallsentdeckung des Jahres 1987 und eine interessante Geschichte. Im Zentrum des Botox-Siegeszuges stand ein kanadisches Ärzte-Ehepaar. Die Ehefrau ist Augenärztin und behandelte unter anderem den Augenlidkrampf mit Botulinum. Eine erboste Patientin beschwerte sich warum sie das Medikament nicht auch in die Stirn gespritzt bekommt. Auf die verdutzte Frage der Ärztin antwortete diese, weil dann auch dort die Falten verschwinden würden. Die Ehefrau erzählte Ihrem Ehemann, welcher Dermatologe ist, von dem Vorfall in ihrer Praxis und der Rest ist Geschichte.